Ziele

Ziele der erneuerten europäischen Agenda Erwachsenenbildung

Oberstes Ziel der Agenda ist die Stärkung der Rolle der Erwachsenenbildung in den beteiligten Ländern. Erwachsenenbildung gilt als derzeit schwächstes Glied in der Entwicklung nationaler Systeme lebenslangen Lernens.

Damit der Erwachsenenbildungssektor seinen Beitrag zur Verwirklichung der Ziele der Strategie Europa 2020 leisten kann, sind im Sinne der Agenda Erwachsenenbildung Anstrengungen u.a. in den folgenden Bereichen notwendig:

  • Erhöhung der Beteiligungsquote an Erwachsenenbildung, insbesondere für geringqualifiziert Beschäftigte;
  • Konzentration auf die Lernergebnisse, bei denen der selbständig Lernende im Mittelpunkt steht, unabhängig davon, wo er lernt - bei der Arbeit, daheim, in der Gemeinde vor Ort, im Rahmen von Freiwilligentätigkeiten oder in Aus- und Weiterbildungseinrichtungen;
  • Unterstützung von wirksamen und effizienten Finanzierungsmöglichkeiten für den Erwachsenenbildungssektor;
  • Unterstützung von Möglichkeiten für eine „zweite Chance“ und den Erwerb von Grundfertigkeiten wie Lesen und Rechnen sowie den Erwerb von Grundfertigkeiten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie;
  • zielgruppenorientiertes Lernen für Menschen mit Behinderungen sowie zielgruppenorientiertes Lernen für ältere Erwachsene;
  • zielgruppenorientiertes Lernen für Migranten, Schulabbrecher und Jugendliche, die sich weder in der Schul- oder Berufsausbildung noch in fester Anstellung befinden;
  • Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Sozialpartnern und Zivilgesellschaft.

Zentrales Anliegen

Ein zentrales Anliegen der erneuerten europäischen Agenda Erwachsenbildung ist die Erhöhung der Beteiligungsquote an Maßnahmen der Erwachsenenbildung in der EU. Im strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) ist folgendes Ziel festgelegt worden: Eine Beteiligung von mindestens 15% der erwachsenen Bevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren an Maßnahmen der allgemeinen und beruflichen Erwachsenbildung bis 2020. Maßgeblich ist hier der Wert der letzten europäischen Arbeitskräfteerhebung (EU AKE). 

Skills Agenda

Rund 70 Millionen Menschen in Europa verfügen über unzureichende Grundkompetenzen im Lesen und Schreiben, bei den Basiskompetenzen im Bereich Rechnen und im Umgang mit digitalen Medien ist die Zahl der Menschen ohne ausreichende Kompetenzen sogar höher. Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen in Europa haben geringe oder mangelhafte Grundkompetenzen erworben. Ungefähr 40 Prozent der Unternehmen in Europa haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter/-innen mit den passenden Kompetenzen zu finden. Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission unter Federführung der Generaldirektion für Beschäftigung, Soziales und Integration im Juni 2016 die Mitteilung „A New Skills Agenda for Europe“ (Europäische Agenda für neue Kompetenzen) unterbreitet. Mehr Informationen